Peppy ist ein grandioser Quarter-Wallach, der mit einem leichten Taktfehler erworben wurde. An der Longe hat er immer rechts getaktet, konnte aber problemlos geradeaus geritten werden. Seine Reiterin empfand seine Gänge immer als super und wunderschön. Ihm war unter dem Sattel nichts anzumerken und so konnten die hinzugezogenen Tierärzte und Osteopathen bei ihm nichts Auffälliges finden. So war die Besitzerin beruhigt und ritt ihn fleißig und problemlos vorwärts.
Im Januar 2009 geschah ein Unfall. Peppy schlug sich an den Paddockpaneelen den Kopf und den Hals an. Die linke Kopfhälfte schwoll an. Da er den Kopf anormal hielt, wurde ich angerufen. Wir hatten uns einige Monate vorher wegen ihres Colly Sam kennengelernt. Ich riet ihr dringend einen Tierarzt zu Rate zu ziehen, denn sollte ein Halswirbel angeknackst sein, könnte Peppy unter meinen Händen zusammenbrechen. Im Großen und Ganzen vermutete ich ihrer Beschreibung nach eine Verletzung der feinen Kopf- und Halsfascien .
Der Tierarzt kam und alles kam anders als gewollt: er fand chiropraktisch nichts, in der Klinik war röntgenologisch alles o.k. und eigentlich hätte man aufatmen können. Meine Ferndiagnose schien richtig zu liegen und so hätten wir das Problem schnell im Griff. Das wirkliche Problem kam anschließend. Da röntgenologisch an Hals und Kopf keine Auffälligkeiten gefunden wurden, sah der Tierarzt die Taktunreinheit als Ursache für die schiefe Kopfhaltung! Die Besitzerin machte ihn darauf aufmerksam, dass das nicht der Grund sein könne. Trotzdem erhielt Peppy das volle Programm: 11! Spritzen zur Leitungsanästhesie, Befund angeblich Fesselträgerursprung, zwei Injektionen mit Hyaluronsäure in den Fesselträgerursprung – alles ohne Verbesserung. Peppy ging es weiterhin schlecht. Daraufhin bestand der Fachmann auf eine Leitungsanästhesie in das gebeugte Karpalgelenk. Das war der absolute Supergau! Peppy dreht vor Schmerzen fast durch, obwohl er ausreichend und hoch dosiert Schmerzmittel erhält. Sie wirken nur sehr schwach bis gar nicht mehr. Er kann sich mit dem schmerzenden Bein nicht mehr hinlegen, er kann aber auch nicht stehen. Er mag nicht mehr leben und die Besitzerin spielt mit dem Gedanken, ihn einzuschläfern.
Nochmal werden 9! Röntgenbilder gemacht – ohne Befund! Der Tierarzt drängt auf eine MRT-Untersuchung, die Frau Humm aber ablehnt aus Angst vor der Vollnarkose und dem Erwachen danach. Somit war Peppy tiermedizinisch austherapiert und KAPUTT. Das geschah alles in einem sehr kurzem Zeitraum. Dann übernahm ich die Behandlung. Vor mir stand ein völlig apathisches Pferd. Wie erwartet war der Fascienstrang vom Kopfansatz bis zum Karpalgelenk schmerzhaft. Ich nadelte den Meisterpunkt für die Fascien und Peppy erhält einige mild wirkende aber tiefgreifende Homöopathika gegen seine unerträglichen Schmerzen. Frau Humm lernte die Fascien zu dehnen und zu entspannen. Das tat Peppy sehr gut.
Wir rufen die Tierärztin Frau A. Freismuth-Schraag aus Eschenbach zu Hilfe. Sie findet röntgenologisch eine alte Fissur unterhalb des Karpalgelenkes – der Grund für das Takten aber nicht der Grund für die Schmerzen! Nun kennt man endlich nach Jahren der Nachforschung die Ursache für das Takten! Nun können wir ohne Bedenken Peppy auf Schmerzen in den Fascien behandeln und können alles andere ausschalten.
Wir setzen in der folgenden Behandlung Blutegel und er bekommt eine Bioresonanz und Natrium-chloratum in der C200, dazu Hypericum in C30. Nach der Behandlung lebt Peppy auf. In der nachfolgenden Behandlung nadelte ich die Nierenachse und einige Vorhandpunkte, die zum Dickdarm-Meridian gehören. Wir machen eine längere Entgiftungskur und dazu noch einige Schüsslersalze.
Peppy lebt danach richtig auf, er galoppiert über seine Hauskoppel und ist gut gelaunt. Sein Problem ist völlig ausgeheilt mit Ausnahme der Nachwirkungen seiner überhäuften Antibiotika-Gaben: wir müssen noch eine Candida-Infektion behandeln. Aber die ist nicht lebensgefährlich….
