Baldur ist ein stolzer Prinz. Natürlich isländisch. Ein starker Typ, bestechend in seiner Ausstrahlung. Und Kraft hat er! Er geht locker und freudig vorwärts, immer fleißig mitarbeitend und aufmerksam. Ein Ausritt mit Baldur macht einfach Spaß. Das war fast vier Jahre anders…
Bockig und verbissen kämpfte er ständig gegen die Reiterhand. Er wehrt sich gegen alle erdenklichen Sättel, die ausprobiert wurden, Zäumungen und Gebisse waren ihm regelrecht verhaßt. Er war total verspannt und immer wieder ging er lahm. Mal vorne, mal hinten, mal links, mal rechts… fast vier Jahre lang. Man konnte keine Ursache finden – kurzum: wenn er überhaupt mal reitbar war, dann machte es keinen Spaß.
Im Juni 2006 lernte ich Baldur kennen. Er lebt in der Herde unter optimalen Bedingungen. An der Haltung oder schlechtem Futter konnte es nicht liegen. Seine Besitzerin überforderte ihn nicht. Mir fiel eine Erhöhung der Nierenpartie auf. Diese Achse war blockiert und wurde über bestimmte Akupunkturpunkte geöffnet. Sein Brustbein war nach rechts verschoben und gab ihm sicherlich ein schlechtes Gefühl beim Laufen. Baldur war sehr unbequem zu sitzen. Seine linke Schulter und die linke Griffelbeinnarbe war blockiert. Der Widerriss-Bereich war blockiert und wurde akupunktiert. Eine homöopathische Injektionslösung wurde empfohlen, dazu eine Entgiftungskur mit Juniperus und Lymphdiaral, die über Bio-Resonanzen eingeleitet wurde. Als ich im Juli 2006 wieder kam, war der Behandlungserfolg nicht sehr groß, jedoch muss man bedenken, dass Baldur gute vier Jahre nicht mehr gesund war. Solche unerklärlichen Kranken lassen an Herpes denken und tatsächlich testete die Herpesnosode positiv. Wieder ein verkappter Herpesfall? Die Entgiftungskur war noch im Gange, ich behandelte ihn gegen seine Herpesprobleme, mit dem Hinweis, dass es eine Erstverschlimmerung geben kann. Und die kam postwendend. Nach wenigen Tagen war die Hinterhand angeschwollen. Er kam in die Klinik aber es wurden keine Ursachen gefunden. Er wurde klassisch behandelt aber ratlos wieder mit nach Hause genommen. Es wurde vereinbart, ihn nach 14 Tagen am geschwollenen Ringband zu operieren. Wenige Tage später war die Schwellung weg. In der Klinik konnte man sich das Phänomen nicht erklären, die OP konnte abgesagt werden, aber der Tierarzt blieb ohne Diagnose und erklärte, so etwas habe er noch nie erlebt.
Baldur wurde danach langsam angeritten. Er veränderte sein Verhalten: Er lässt sich weich sitzen, geht gehorsam an den Zügeln, kann endlich taktklaren Tölt. Seitdem hat er nie mehr gelahmt, hatte nie mehr dicke Beine. Er wird auf Wassertrense geritten und läuft locker und zufrieden. Was war eigentlich passiert? Über die Entgiftungskur wurde der Körper stark gefordert, die Lymphe schaffte viele Abfallstoffe heraus. Hinten links waren die Lymphe zwar überfordert, und das Bein schwoll durch die Stoffwechselschlacken an. Dazu kam noch die Herpesnosode, die den Körper noch mal forderte. Diese Behandlung ist notwendig hat aber häufig eine Erstverschlimmerung zur Folge. Doch ein 12-jähriger Isländer kann sich solch einer Belastung stellen. Die Toxine sind nun aus dem Körper heraus, so dass die Beine nicht mehr anschwellen und keine Lahmheit mehr auftritt. Mit Engystol und Natrium-Chloratum wird Baldur ab und an unterstützt und seine Besitzerin schaut nicht mehr ängstlich zu ihm hin und fragt ihre Reitfreundinnen: „Lahmt er?“ Baldur ist gesund geworden durch Anreizung seiner körpereigenen Abwehrkräfte. Das vierjährige Leiden ist endgültig vorbei.
