„Condor“, unser Arthrosepatient, ist 19 Jahre alt. Mit diesem mächtigen, 1,90 m großem Wallach hat die Besitzerin viele schöne Jahre verbracht. Der Gedanke, ihn jetzt zu verlieren, jagt ihr einen Schauer über den Rücken.
Im Jahre 2010 stellte der Tierarzt eine Hufgelenksarthrose rund um das Hufgelenk fest. Er beriet sich mit zwei seiner Kollegen, ob eine Schockwellen-Therapie Sinn machen würde. Jedoch kamen sie darin überein, dass die Verletzungsgefahr des Knochens bereits zu hoch sei. So bekam Condor eine Hyaluron-Spritze ins Gelenk, was natürlich auch mit Risiko und Schmerzen verbunden ist. Es ging ihm danach ein wenig besser. Er wurde geschont und bekam Auslauf mit seinen Kumpeln, ansonsten ging sie mit Condor an der Hand spazieren.
Im Februar 2011 behandelte ich meinen neuen Patienten. Knochenprobleme werden nach TCM von einer schwachen Niere beeinflusst und von einer Übersäuerung des Körpers ungünstig verstärkt. So nadelte ich die Nebenniere, die Nierenachse und setzte 6 Blutegel an das schmerzhafte Hufgelenk. Ich akupunktierte die angespannten Schultern und setzte den Meisterpunkt der Arthrose, Bl11. Ich verwendete so wenig Nadeln wie möglich, da solche Patienten in der Regel schon energetisch schwach sind. Ich öffnete das Vitalgefäß um ihn zu stärken. 2 Lendenwirbel mussten osteopathisch behandelt werden. Zum Entsäuern und Entgiften des Körpers erhielt er homöopathische Mittel für die Leber, die Niere und die Lymphe. Für den Rücken erhielt er Rhus tox. Nach dieser Behandlung war er einen Tag müde, aber wie die Besitzerin mir berichtete, ging es ihm sogleich besser, weil er besser laufen konnte als vorher und er insgesamt einen zufriedeneren Eindruck mache.
Zwei Monate später bekam Condor eine Lymphdrainage zur energetischen Behandlung. Ich setzte jeweils 4 Blutegel an jeden Vorderhuf. Einige Nierenpunkte wurden nochmals genadelt. Dazu erhielt er nun ein Aufbaufutter für Arthrosepatienten.
Inzwischen trägt er einen Duplo-Beschlag (ein Gummibeschlag), mit dem er sehr gut zurechtkommt. Seit dieser Behandlung im April läuft er sich gut ein und hat manchmal Lust auf den bekannten Galoppstrecken auch mal einen Galopp einzulegen. Doch seine Reiterin hält ihn vorläufig zurück, um ihn nicht zu überfordern. Jedoch zeigt er seine zurück gewonnene Lebensfreude. Seine Schwellung am Hufgelenk ist abgeklungen seit die Hufgelenke mit Quark behandelt werden. Weiterhin erhält Condor seine Aufbaumittel und wird regelmäßig dreimal die Woche geritten, dabei durchaus auch mal eineinhalb Stunden lang! Er schnaubt zufrieden ab und geht gerne seine Geländerunden.
Wie viel Mühe und Liebe sind Sie, lieber Leser(in), bereit, Ihrem Pferd zu geben, wenn es alt geworden ist? Auch alte Pferde sollten ihre Chance erhalten, solange noch die Lebensqualität gegeben ist!
